Energiemanagement: Die individuelle Lösung führt zu Energieeffizienz

Gewerbe- und Industriebetriebe haben oft sehr spezifische Bedürfnisse im Energiemanagement. Individuelle, integrale und nachhaltige Konzepte, die alle Systemkomponenten miteinbeziehen, führen meist zu mehr Energieeffizienz und tieferen Energiekosten. So kann auch der Eigenverbrauch bei grossen Solaranlagen optimiert werden.

Erneuerbare Energien effizient managen

Energie in verschiedenster Form prägt jeden Gewerbe- und Industriebetrieb: Sei es bei der Heizung oder Kühlung von Gebäuden, sei es als Strom für den Antrieb von Geräten und Anlagen, sei es Prozessenergie oder auch Treibstoff für die Mobilität. Geschäftsführer von KMU und Technikverantwortliche in der Industrie müssen dabei stets einen Spagat schaffen: Verschiedene Energieträger zusammenbringen, Verbrauchsspitzen abdecken und dazu noch die Wirtschaftlichkeit der diversen Komponenten gewährleisten.

Alternative Energiequellen und -technologien wie Photovoltaikanlagen ermöglichen dabei zwar neue, nachhaltige Wege der Energiegewinnung, machen aber das komplexe Gesamtsystem nicht auf Anhieb einfacher.

Spargelhof in Rafz

Ein Energiemanagementsystem für alles: Auf dem Spargelhof der Brüder Jucker in Rafz soll die Solarenergie dereinst sogar die Traktoren antreiben.

Das Gleiche gilt für so genannte «Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch» (ZEV), die mit dem neuen Energiegesetz im Rahmen der Energiestrategie 2050 des Bundes seit Anfang 2018 möglich sind: Sie sind ein wichtiger neuer Baustein, der allerdings zuerst eingeplant und dann richtig ins System integriert werden muss.

Alternative Energiequellen richtig einbinden ins Energiemanagementsystem

Das Herausforderung dabei: Eine allgemein gültige Vorgehensweise hin zu integralen Energiemanagementsystemen, die die früher getrennten Energiesektoren zusammenbringen, gibt es nicht. Denn jeder Gewerbebetrieb und jedes Industrieunternehmen hat seine eigenen Bedürfnisse. Meist führt deshalb nur ein Weg zur optimalen Lösung: ein individuelles Energiekonzept, dass genau auf die lokalen Gegebenheiten und Produktionsbedingungen angepasst ist.

So bieten etwa Photovoltaikanlagen den Vorteil, dass selbst produzierter Solarstrom über Jahre zu stabilen Preisen kalkulierbar ist und die Abhängigkeit von schwankenden Energiepreisen reduziert. Überschüssiger Strom kann zudem ins Netz eingespeist werden, was dazu beiträgt, eine Anlage zu amortisieren. Richtig interessant ist ein Energiemanagementsystem aber vor allem darum, weil so ein exakt auf die Bedürfnisse angepasstes System verbrauch- und kosteneffizient erstellt werden kann.

Mit intelligent gekoppelten Energiemanagementsystemen Kosten senken

Dazu kommen neu die ZEV: Produzenten von dezentraler Sonnenenergie können sich innerhalb von Gebäuden und Arealen mit anderen Verbrauchern zusammenschliessen. Ein Gewinn für beide Seiten: Die Stromproduzenten können die Sonnenenergie zu höheren Preisen weitergeben als sie bei der Rückspeisung ins Netz als Vergütung erhalten würden. Und die Konsumenten profitieren von günstiger, erneuerbarer Energie, da die Netznutzungskosten und die staatlichen Abgaben entfallen. Als weitere Vorteile kommen die Glättung von Verbrauchsspitzen sowie der Marketingeffekt von nachhaltig produzierter Energie hinzu. Und nicht zuletzt wird auch die Administration vereinfacht, wenn ein einziger Systempartner als Ansprech- und Verrechnungsstelle dient.

Energie 360° ist überzeugt, dass sich durch intelligent gekoppelte Energiemanagementsysteme Synergien nutzen und die Kosten nachhaltig senken lassen. Deshalb entwickelt Energie 360° solche integralen Energiemanagementsysteme und setzt sie mit Partnern um, etwa beim Spargelhof Jucker in Rafz (siehe Referenz).

Sonnenenergie: Lokal produzierte erneuerbare Energie

Für den Spargelhof in Rafz, einer von vier Erlebnishöfen der Jucker Farm AG, entwickelte Energie 360° zusammen mit Partnern ein integrales Energiemanagementsystem auf der Basis von Solarenergie. Das System ist ausbaufähig, damit später auch eine Flotte von Elektrofahrzeugen mit Solarenergie betrieben werden kann.

Referenz Spargelhof entdecken

Interview mit Martin Jucker lesen

Medienmitteilung zum Spargelhof lesen

 

Hintergrund-Interview mit Stefan Merz, Geschäftsleiter des Fachpartners Solarmotion

«Energiewende: Wegkommen vom Inseldenken»

Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (ZEV) sind zukunftsweisend und garantieren Verbrauchern maximalen Nutzen aus gemeinsam produzierter Energie. Stefan Merz von Solarmotion über intelligente Energiemanagementsysteme in einem dezentralisierten Markt.

Stefan Merz ist Geschäftsleiter des Fachpartners Solarmotion, der im Grossraum St. Gallen Privat- und Geschäftskunden in Planung, Realisation und Unterhalt von Solaranlagen unterstützt.

Stefan Merz, Geschäftsleiter des Fachpartners Solarmotion

Herr Merz, was bringen ZEV für Gewerbe und Industrie?

Gemeinschaftliches Denken führt zu sinnvollen Kooperationen, damit zu Kostensenkungen und insgesamt zu einem harmonischen Miteinander. Erfreulich ist, dass sich immer mehr Schweizer Unternehmen vom früher weit verbreiteten Inseldenken entfernen. Ein gutes Beispiel ist das «energienetz GSG» mit den Städten St. Gallen und Gossau sowie der Gemeinde Gaiserwald. «energienetz GSG» ist ein Zusammenschluss für die Energieoptimierung in Betrieben und die Möglichkeiten des Energieaustauschs.

Wie verringert sich dadurch der administrative Aufwand für das einzelne Unternehmen?

Unterhaltskosten fallen weg, und das technische Know-how konzentriert sich dort, wo es hingehört. Dadurch passieren weniger Fehler, weniger Geräte und Anlagenteile müssen ersetzt werden, was wiederum Ressourcen schont.

Die selbst produzierte Sonnenenergie bestmöglich nutzen – gibt es weitere wichtige Gründe für die Bildung von ZEV?

Der komplette Energiemarkt befindet sich in einem Wandel – hin zur dezentralen Energiegewinnung und -verteilung. Energiekooperationen haben den Vorteil, dass sie in der Regel Versorgungsspitzen glätten. Dadurch hält sich der Netzausbau in Grenzen, was Einsparungen bringt. Ein weiterer Vorteil ist die Unabhängigkeit, die Schweizer Unternehmen dadurch gewinnen.

Zeigen Referenzprojekte wie jenes von Stürmsfs in Goldach den Vorbildcharakter integrierter Anlagen für Strom und Wärme?

Die Strahlkraft solcher Projekte ist ganz wichtig. Den Stahlgrosshändler Stürmsfs kennt man in der ganzen Region Bodensee. Er verbraucht jährlich über 2 Millionen Kilowattstunden und bezieht heute einen Viertel davon vom eigenen Dach. Stürmsfs gewinnt dadurch erhöhte Sicherheit bei der Finanzplanung und ist den Preisschwankungen im Energiemarkt nicht mehr so stark ausgesetzt.

Muss sich ein neues Denken durchsetzen, wie mit Energieeffizienz umzugehen ist?

Die meisten Unternehmer müssen dafür erst ein Gefühl entwickeln. Unser eigenes Software- Tool, den Optisizer, haben wir auch bei Stürmsfs eingesetzt. Am Anfang steht eine Lastgang-Analyse. Wir zeigen dem Unternehmer auf, wie das Energieverhalten seiner Firma aussieht: Wann braucht es Strom und wie viel davon? Aufgrund dieser Daten berechnen wir die optimale Grösse und Beschaffenheit einer Energieproduktionsanlage. Da holt unser Optisizer sehr viel Effizienzgewinn heraus.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter folgenden Links:

Zur Website von Energienetz GSG

Zur Website von Optisizer

Kommentar verfassen*

Tragen Sie unten Ihre Daten ein