Mein China-Fazit

Ein Rückblick auf eine eindrucksvolle Woche in China. Ich habe viel mitgenommen – ihr hoffentlich auch. Meine Bitte: Macht was draus!

Meine China-Expedition ist nun seit einer Woche schon wieder vorbei und ich schaue mit Freude zurück auf eine wahnsinnige Woche. Die vielen Gespräche und Eindrücke haben viel in mir aufgewühlt und werden viel in meinem beruflichen Alltag verändern. Auch wenn die Nachverarbeitung noch läuft, möchte ich ein paar Schlüsse bereits ziehen:

1. China is the real deal
Die Innovationsgeschwindigkeit in China ist enorm und Weltspitze. Die Zeiten der verlängerten Werkbank bzw. der «nur billigen Massenfertigung aus China» sind vorbei. Hier werden Produkte und Leistungen von Weltklasse entwickelt für einen homogenen Markt von 1,4 Mrd. potentiellen Kunden. Die Zeiten, in denen der Wohlstand der westlichen Welt durch Nutzen billiger Arbeitskräfte aus China finanziert wird, sind bald zu Ende.

2. Evolutionsdruck

Unzählige gut ausgebildete und hochmotivierte Leute drängen jedes Jahr in den Arbeitsmarkt. Der (noch) geringe Wohlstand sorgt für extrem motivierte Nachwuchskräfte. Der Evolutionsdruck ist nicht nur hoch, sondern er trifft auf Rahmenbedingungen, die es ermöglichen, Ideen und Träume umzusetzen. Die Bereitschaft ist extrem hoch – während in Neuseeland gerade die 4-Tage-Woche getestet wird, habe ich in China niemanden von Life-Work-Balance reden hören. Die 6-Tage-Woche ist in Asien Normalität.

3. War for Talents

Wenngleich die Unternehmen und die Regierung bewusst gewisse Studiengänge pushen, um ausreichend qualifizierten Nachwuchs sicherzustellen, ist das nationale Angebot auf absehbare Zeit nicht ausreichend. Noch mehr «spannende Zeiten» stehen bevor, wenn der weltweite «war for talents» um die Grossmacht China erweitert wird.

4. Daten, Daten, Daten

In Asien kümmert man sich nicht um Privacy. In der Folge gibt es Daten in unfassbarer Menge, welche Unglaubliches ermöglichen. Aktuell sind das Verstehen und Verarbeiten von Sprache (NLU und NLP) und das Ausbreiten der Messenger-Ökosysteme (à la WhatsApp) in den Finanzsektor die zwei nächsten grossen Wetten.

5. Schnell, schneller, China

Während ich in Europa das Gefühl habe, dass Geschwindigkeit als zunehmend negativ bewertet wird, gilt in China «the quicker the better». Und wenn man scheitert, dann wenigstens schnell –> «fail fast».

Mein abschliessender Wunsch an alle Leserinnen und Leser:
Macht etwas aus meinen Berichten. Lest sie nicht einfach und geht zurück zur Tagesordnung.
Zieht eure Schlüsse daraus und handelt.

#GoChina.

 

Philipp Meisel ist auf Chinareise und teilt seine Eindrücke vom asiatischen Silicon Valley sowie Land, Leuten und Kultur.

Philipp Meisel ist Leiter des lab360, dem Innovationlab von Energie 360°. Wir sind stets auf der Suche nach neuen Ideen und Herausforderungen, um Kundennutzen zu generieren.

Philipp Meisel

Kommentar verfassen*

Tragen Sie unten Ihre Daten ein