Die Tropen ganz nah

Im Tropenhaus Wolhusen wachsen exotische Pflanzen, darunter auch Chilis in kräftigen Farben. Mit den Tipps von Chefgärtner Adolf Fleischer gedeihen diese aber auch zu Hause auf dem Balkon.

  • 11. Juli 2018
Chefgärtner Adolf Fleischer vom Tropenhaus Wolhusen

Chili-Profi: Chefgärtner Adolf Fleischer vom Tropenhaus Wolhusen

Obwohl Wolhusen nicht gerade als Sonnenstube der Schweiz gilt, gedeihen dort doch Pflanzen tropischen Ursprungs. Denn in den Gewächshäusern des Tropenhauses herrschen tagsüber permanent Temperaturen von mindestens 23 Grad und eine Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 70 Prozent. Nachts «kühlt» die Temperatur auf 21 Grad ab. Versorgt wird das Tropenhaus Wolhusen durch Abwärme, die in der Verdichtungsstation der nahegelegenen Erdgas/Biogas-Leitung entsteht.

Chili & Co. für Gault-Millau-Betrieb

Das Tropenhaus ist Ausflugsziel, Ausstellung, Gewächshaus und Gastronomiebetrieb in einem. Angepflanzt und im 14-Gault-Millau-Punkte-Restaurant Mahoi verarbeitet werden Papayas, Bananen, Galgant, Zitronengras, Kaffirlimetten, Chilis und etwa 120 andere tropische Nutzpflanzen. Auf den Tisch kommen auch Buntbarsche aus der eigenen Zucht. In einem ausgeklügelten Kreislauf wird das (Ab-)Wasser aus der Fischzucht zum Düngen der Pflanzen verwendet. Tropenhaus-Produkte werden im hauseigenen Shop und in Coop-Fililalen in der Deutschschweiz verkauft. Zudem befinden sich im Tropenhaus Wolhusen die ersten und einzigen Reisterrassen der Schweiz. In der entsprechenden Ausstellung erfahren Besucher alles über das sättigende Korn.

Gärtner von der Nase bis zum grossen Zeh

Herr über Raumklima und Technik ist Adolf Fleischer. Er ist Gärtner mit über 30 Jahren Berufserfahrung und mitverantwortlich dafür, dass die sensiblen Pflanzen erfolgreich gedeihen. Begeisterung «von der Nase bis zum grossen Zeh» müsse man als Gärtner in Wolhusen haben, denn die Aufzucht exotischer Nutzpflanzen in einem nachgestellten Klima ohne Wind und ohne Regen sei diffizil. «Unsere Gärtnerinnen und Gärtner müssen äusserst wachsam sein, denn Schadinsekten entwickeln sich hier genauso gut wie unsere Pflanzen selber», sagt Fleischer.

1,4 Tonnen Chilis im Jahr

Seit jeher eine wichtige Rolle im Tropenhaus spielt der Anbau von Chilis. 1000 Pflanzen wachsen hier, fast anderthalb Tonnen ernten die Gärtner im Jahr. Chilis gibt es in Wolhusen in allen Farben, Formen und Schärfegraden. «Unsere schärfste Chili im Verkauf hat 1 Million Scoville», sagt Fleischer. Mit diesem Schärfegrad kann die Wolhuser Chili mit der indischen Bhut Jolokia mithalten, einer der schärfsten Chilisorten der Welt.

Mit dem Anbau der Chilipflanzen beginnt man im Tropenhaus jeweils im Februar oder März. Bis zur ersten Ernte dauert es ein gutes halbes Jahr. «Je später die Aussaat, desto kleiner der Ertrag», erklärt Fleischer.

Das gilt auch, wenn man Chilis bei sich zu Hause ziehen will (siehe unten). Deshalb fängt Fleischer früh im Jahr an, denn: Die Tropenhausküche und ihre Gäste zählen fest auf ausreichend frischen Chili made in Wolhusen.

 

Tipps vom Experten

Aussaat: Februar bis März im Haus oder auf dem Balkon (Mini-Gewächshaus).

Samen: Nur wenige Millimeter tief in die Erde stecken. Erhältlich z.B. im Baumarkt (auf Bioqualität achten).

Erde: Gleichmässig feucht halten (nicht nass). Keine frische Komposterde.

Luft: Die Keimlinge mögen feuchte Luft. Später geht es auch trockener.

Umtopfen: Kleine Pflänzchen nach 2 bis 4 Wochen umtopfen.

Sonne: Chilis mögen Sonne. Es gilt: Je mehr Sonne, desto schärfer. Pflanzen an heissen Sommertagen dennoch vor direkter Sonneneinstrahlung schützen.

Düngung: Mit Brennnesseljauche oder organischem Dünger, alle 14 Tage.

Sommerküche aus dem Tropenhaus

Chilis bringen exotisches Flair auf den Balkon und in die Küche. Wie wär’s beispielsweise mit einem feinen Nasi-Goreng? Das Rezept für dieses feine Sommermenü stammt vom Tropenhaus-Chefkoch Andreas Halter. Exotische Sommerküche leicht gemacht.

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