Selbst is(s)t die Frau

Franziska Neugebauer und Julia Müller pflanzen am Friesenberg Gemüse und Kräuter an. Ihre Erfahrungen verarbeiten sie zu einem kulinarischen Jahreskalender mit saisonalen Rezepten, Informationen und Koch-Tipps.

  • 4. Juli 2018
Leidenschaft für lokale Produkte: Franziska Neugebauer und Julia Müller im Schrebergarten.

Leidenschaft für lokale Produkte: Franziska Neugebauer und Julia Müller im Schrebergarten.

Vom Brocki in den Schrebergarten

Im Schatten eines Zwetschgenbaums haben die jungen Frauen Klappstühle und ein Tischchen aufgestellt. «Sie stammen aus dem Brockenhaus – wie unser Gartenwerkzeug übrigens auch», erklärt Julia. Weiterverwenden, was noch Wert hat – dieser Kreislaufgedanke spielt auch in ihrem Garten eine grosse Rolle: So absolvierten sie einen vom Verein organisierten Kompostierkurs. Um den Zuschlag als Pächterinnen zu erhalten, mussten sie sich gegen 80 Mitbewerber durchsetzen. Denn in der Stadt Zürich bestehen für Schrebergärten lange Wartelisten – vor allem seit die jüngere Generation ihren grünen Daumen entdeckt hat.

Hier ist alles biologisch», erklärt Franziska Neugebauer und zeigt stolz auf ihren Schrebergarten am Fuss des Üetlibergs. Die selbstständige Grafikerin und ihre Kollegin Julia Müller pflanzen seit diesem Frühling im Familiengartenverein Wiedikon Gemüse und Kräuter an. Der biologische Anbau gehört zur Philosophie des Vereins.

Leidenschaft für lokale Produkte

Die beiden Freundinnen entwickelten durch ihr Hobby – das Kochen – eine Leidenschaft für lokale Produkte. Früher pflanzten sie ihr Lieblingsgemüse auf dem Balkon an. «Auf einem richtigen Flecken Erde klappt das bestimmt besser», sagt Julia. Es sei ihnen beiden bewusst, dass ein Gemüsegarten eine grosse Verpflichtung sei, schliesslich müsse man sich jeden Tag darum kümmern. Die Idee dafür kam der Grafikerin und der Texterin während der gemeinsamen Arbeit an einem saisonalen Jahreskalender, der 2019 erscheinen soll. Dazu denken sich die beiden überraschende Rezepte aus, kochen und essen sie – nachdem sie das fertige Gericht fotografisch festgehalten haben. «Schon mal einen Randenmojito probiert? Schmeckt wunderbar!», sagt Franziska.

Einweihung mit Fest

In ihren Beeten sollen bald Auberginen, Sellerie, Gurken, Wirz, Peperoni, Zucchetti, Chilis und Petersilie wachsen.
Die meisten Setzlinge ziehen sie zu Hause in Töpfen und pflanzen sie später im Garten an. Im Sommer wollen sie ihren neuen Lieblingsort mit einem Fest einweihen, zu dem sie alle Freundinnen und Freunde einladen. «Erst wer etwas angepflanzt hat, bekommt von uns ein Bier spendiert.»

Wertvolles Grüngut

Wer einen Schrebergarten bewirtschaftet, kann Gartenabfälle wie Rasenschnitt und Laub kompostieren – so wie es Franziska Neugebauer und Julia Müller tun. Kompost ist ein wertvoller Pflanzendünger und tut dem Gartenboden gut. Nicht umsonst sprechen Gärtnerinnen und Gärtner von «schwarzem Gold».

Auch der Bioabfall, der im Haushalt anfällt, ist viel zu wertvoll für den normalen Kehrichtsack. Vergärwerke wie jenes im Werdhölzli in Zürich verarbeiten biogene Haushaltsabfälle zu Biogas, das dann zum Heizen, Kochen oder als Treibstoff für Gasautos verwendet wird.

Mehr über Biogas erfahren

Nachlesen, was in die Grüngut-Sammlung gehört

Vergärwerk Werdhölzli kennenlernen

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Comments

  1. Barbara Gauster sagt:

    ich finde es ganz großartig,was Du liebe Franziska mit Deiner Freundin Julia auf die Beine gestellt hast.
    Ich gratuliere Euch dazu und wünsche Euch weiter viel Spaß dabei.Wer hätte das gedacht.
    Liebe Grüße von Barbara