Kompost und Grüngut: Abfall richtig trennen

In Bananenschalen und Rasenschnitt steckt noch viel Energie. Diese kann zur Produktion von Biogas und von Kompostprodukten genutzt werden, so wie dies beispielsweise im Zürcher Vergärwerk Werdhölzli geschieht. Doch was gehört eigentlich ins grüne Kübeli? Und welcher Bioabfall kann zuhause kompostiert werden?

Grüngut: Eine Schüssel mit Rüstabfällen von Zweibeln, Rüebli und Peperoni.

Werden Rüstabfälle gesammelt und als Grüngut entsorgt, entsteht daraus wertvolles Biogas.

Rund einen Drittel Bioabfall enthält ein durchschnittlicher Schweizer Kehrichtsack. Wer diese Abfälle aus Küche und Garten sammelt und als Grüngut entsorgt, reduziert die Umweltbelastung und schliesst einen natürlichen Wertstoffkreislauf. So wird das Grüngut der Stadt Zürich und der Limmattaler Gemeinden im Vergärwerk Werdhölzli zu wertvollem Biogas und zu Kompostprodukten verarbeitet. Das Biogas wird ins Netz von Energie 360° eingespeist. So wird es als erneuerbare Energie zum Heizen, Kochen, als Treibstoff oder für die Stromproduktion genutzt. Ausserdem: Trennen Sie das Grüngut vom normalen Abfall, sparen Sie Geld, da Sie weniger Kehrichtsäcke benötigen.

Das gehört ins Grüngut-Kübeli

Alle organischen Abfälle aus Küche und Garten können im Bioabfall-Container entsorgt werden. Das gehört dazu:

  • Pflanzlicher Gartenabfall: Unkraut, Fallobst, Laub, Rasen-, Hecken- und Wiesenschnitt, Strauch- und Baumschnitt (max. 10 Zentimeter Durchmesser), Stauden von Blumen und Gemüse, Schnittblumen, Balkon- und Topfpflanzen ohne Gefäss, Erde
  • Küchenabfall: Rüstabfälle von Früchten und Gemüse, Fruchtsteine, Kaffeesatz und Teekraut ohne Beutel oder Kapsel, Eierschalen, Eierkarton, Bratfett, Palmblatt-Geschirr, Kleintiermist mit Heu, Stroh und Sägemehl, gekochte und ungekochte Speisereste (beispielsweise Fleisch, Fisch, Knochen, Teigwaren, Bort, Gebäck und Süssspeisen, Milchprodukte, Eier, Reis, Hülsenfrüchte, Saucen), Kompostierbeutel mit Gitterdruck

Auf keinen Fall zum Grüngut

Nicht abbaubare Produkte im Grüngut führen immer wieder zu Problemen.

Deshalb ist es auch wichtig zu wissen, was nicht in die Grünabfuhr gehört. Werden nicht abbaubare Produkte wie insbesondere alle Arten von Kunststoff – also PET-Flaschen, Plastiksäcke oder Pflanztöpfe –, aber auch Glas, Batterien oder Alu-Dosen mit dem Grüngut entsorgt, müssen diese mühsam aussortiert werden. Dies ist aber nur teilweise möglich. Schlimmstenfalls beschädigen solche Fremdstoffe die Anlagen im Vergärwerk und verschmutzen die Felder. Denn die Reststoffe aus der Biogasproduktion werden von Bauern als Düngemittel verwendet.

Ebenfalls nicht als Grüngut gelten: Altholz, Karton, Papier, Katzenstreu, Hunde- und Katzenkot, Asche und Zigarettenstummel, biologisch abbaubare Kleider, Hygieneartikel.

 

Ein Mädchen hält ein Blatt, das mi dem Grüngut entsorgt werden kann.

Sogar im Herbstlaub steckt noch Energie, die im Vergärwerk Werdhölzli zusammen mit anderem Grüngut verwertet wird.

Das gehört auf den Kompost

Wer einen eigenen Garten hat, kann organischen Abfall auch verwerten, indem er ihn kompostiert. Denn Kompost ist ein wertvoller Dünger für Gartenpflanzen. Doch aufgepasst: Nicht alles, was in den Bioabfall-Container kommt, darf auf den Kompost. Gekochte oder rohe Speisereste wie Fleisch, Knochen, Milchprodukte, oder Backwaren gehören nicht auf den Kompost. Das Gleiche gilt für Eierkartons, Speiseöl und Kompostierbeutel mit Gitterdruck. Denn diese Abfälle ziehen entweder Ratten und Mäuse an, oder es könnten gesundheitsschädliche Bakterien überleben.

Drei Tipps fürs Kompostieren

  1. Je kleiner, desto besser: Zerkleinern Sie bereits beim Rüsten die Abfälle für den Kompost. Die Stücke sollten fünflibergross oder daumenlang sein.
  2. Gut mischen: Wenn Sie den Kübel auf dem Kompost entleeren, spaten Sie die obersten 30 Zentimeter mit der Stechgabel um. So kommt der benötigte Sauerstoff an das Kompostgut.
  3. Dunkel und feucht halten: Es muss dunkel sein, damit die Bodenlebewesen ihre Arbeit verrichten. Zudem sollten Sie den Kompost bei grosser Hitze mit Wasser bespritzen

Entsorgung von Grüngut

Sie wollen keinen Kompost anlegen? Und Sie haben auch keinen Bioabfall-Container für Ihr Grüngut? Trennen Sie Ihren Abfall trotzdem. Als Hausbesitzerin oder Liegenschaftseigentümer können Sie bei Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) ein Bioabfall-Abonnement bestellen. Dann leert ERZ den bereitgestellten Container regelmässig. Sind Sie Mieter, müssen Sie sich an Ihre Liegenschaftsverwaltung wenden. Nur mit deren Zustimmung können Sie ein Bioabfall-Abonnement abschliessen.

 

Kundinnen und Kunden von Energie 360° können den Biogasanteil, den sie beziehen, jederzeit erhöhen – und das mit gutem Gewissen. Denn das Biogas wird aus Abfallstoffen wie Grüngut und Klärschlamm hergestellt. Das Produkt «100% Biogas» trägt zudem das Gütesiegel «naturemade star», das die Einhaltung besonders strenger ökologischer Auflagen bestätigt.

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Comments

  1. Gabriella Hunya sagt:

    Ich bin Mieterin – wie die meisten Schweizer – und unsere Liegenschaft hat leider keinen Grüncontainer.
    Ich frage mich, warum es nicht möglich ist, dass ich einen kleinen Grünkübel benutzen kann, der z.B. einmal pro Woche geleert wird. (Vor 30 Jahren habe ich in Baden gewohnt und dort war dies damals schon Standard.)
    Falls nämlich die Liegenschaftsverwaltung keinen Container möchte – immer mit der Ausrede, er werde nicht sachgemäss benutzt – habe ich keine Chance, meine Küchen- und Balkonabfälle sinnvoll zu entsorgen.
    Und eine andere Anmerkung: Den Newsletter, den ich erhalte, eine dünne, interessante Broschüre, kommt eingeschweisst in Plastik, ist dies wirklich nötig?
    Danke für eine Antwort und freundliche Grüsse Gabriella Hunya

    • Melanie Frei sagt:

      Liebe Gabriella Hunya

      Vielen Dank für den Kommentar. Wir verstehen Ihren Unmut wegen dem fehlenden Grüngutcontainer. Leider können wir als Energieversorgerin keinen Einfluss darauf nehmen, wie die Abholung des Bioabfalls organisiert ist. Vielleicht können Sie sich ja mit anderen Mieterinnen und Mietern zusammenschliessen und gemeinsam ein Bioabfall-Abo lösen – möglicherweise gibt die Verwaltung dazu das Okay.

      Nachhaltigkeit ist Energie 360° wichtig. Die Folie, in die unser Kundenmagazin verpackt ist, besteht daher aus Recyclingfasern. Alternative Verpackungsmöglichkeiten prüfen wir periodisch; das steht fürs nächste Jahr bereits wieder auf unserer Pendenzenliste.

      Freundliche Grüsse, Energie 360°