Stadtgas, Erdgas, Biogas: Ein Wandel, der das Klima freut

Unsichtbar im Boden verlegt, leistet das Gasnetz von Energie 360° seit mehr als 150 Jahren verlässlich seinen Dienst. Verändert hat sich in dieser Zeit das Gas, das durch die Leitungen strömt. Zuerst war es Stadtgas aus Holz und Kohle, ab den 1970er-Jahren dann Erdgas. Heute produziert Energie 360° immer mehr klimafreundliches Biogas – und das gleich auf mehrere Arten.

 

Als in der Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Schweizer Gasversorger den Betrieb aufnahmen, waren sie gleichzeitig Gasproduzenten. «Stadtgas» nannte sich dieses erste Gas, das damals durchs rasch wachsende Gasnetz strömte. Weil es ­noch keinen elektrischen Strom gab, nutzte die Bevölkerung das Stadtgas vor allem für die Beleuchtung. Hergestellt wurde es zunächst durch die Destillation von Holz. Ende des 19. Jahrhunderts entstanden dann Gaswerke, die auf Kohle als Energieträger setzten.

Der Durchbruch der Elektrizität im 20. Jahrhundert machte das Stadtgas für die Beleuchtung überflüssig. Stattdessen diente es nach dem Zweiten Weltkrieg vermehrt zum Kochen, für die Warmwasserproduktion und für Gasgeräte wie etwa Waschmaschinen. Heizungen, die Stadtgas verwendeten, blieben hingegen selten.

Die aus heutiger Sicht umweltschädliche Produktion des Stadtgases war damals kaum Thema, jedoch erwies sich seine Giftigkeit als Problem: Immer wieder kam es zu unbeabsichtigten Todesfällen und zu Suiziden durch Kohlenmonoxid-Vergiftungen. Noch mehr Kopfzerbrechen bereitete den Gasversorgern in den 1960er-Jahren jedoch die zu geringe Wirtschaftlichkeit der Stadtgas-Produktion.

Ablösung durch Erdgas

Da kam es gerade recht, dass in Europa die Förderung von Erdgas an Fahrt gewann. Es punktete, weil es ungiftig, umweltschonender und vor allem günstiger war als Stadtgas. Wegen des Preisvorteils nutzten Ende der 1960er-Jahre die ersten Schweizer Industriebetriebe Erdgas. Die übrigen Gaskunden mussten zunächst weiterhin mit Stadtgas Vorlieb nehmen, weil die importierte Menge Erdgas noch nicht ausreichte. Erst Mitte der 1970er-Jahre war die Umstellung auf Erdgas abgeschlossen: Die letzten Gaswerke schlossen ihre Tore.

Auch immer mehr Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer setzten auf Erdgas. Die Gasheizung entwickelte sich zu einer starken Konkurrenz für die Ölheizung. Zu Beginn überzeugte sie vor allem durch die hohe Wirtschaftlichkeit und ihren Komfort, weil das Erdgas via Gasnetz direkt ins Haus gelangte. Mit dem wachsenden ökologischen Bewusstsein der Bevölkerung und der Diskussion über den Klimawandel gewann ein weiteres Argument für Erdgas an Bedeutung: der gegenüber Heizöl deutlich geringere CO2-Ausstoss.

Biogas – erneuerbar und klimaschonend

Der Wunsch nach einer nachhaltigeren Energieversorgung ist auch der Grund, weshalb Biogas eine immer wichtigere Rolle spielt. Der erneuerbare Energieträger verbessert die Umweltbilanz von Gasheizungen, ohne dass technische Anpassungen nötig werden. Das Standardprodukt von Energie 360° enthält bereits 10% Biogas. Wer noch mehr fürs Klima tun will, wählt einen höheren Anteil Biogas.

Energie 360° führte als erstes Unternehmen in der Schweiz Biogas im Wärmemarkt ein und gehört beim Biogas somit zu den Pionieren. Den Biogasanteil will Energie 360° weiterhin kontinuierlich steigern – bis 2030 auf mindestens 30%. Das Potenzial dafür ist gross. Denn Biogas lässt sich gleich mit mehreren Technologien herstellen.

Biogas aus organischen Abfällen und Abwasser

Viele Biogas-Anlagen verwerten organische Abfälle. So auch die neuste Biogas-Aufbereitungsanlage von Energie 360° in Uzwil – nach der Anlage in Buchs bereits die zweite von Energie 360° im Kanton St.Gallen. Bisher diente das dort bei der Vergärung von organischen Abfällen entstehende Rohbiogas zur Stromproduktion. Neu bereitet es Energie 360° zu Biogas auf und speist dieses ins lokale Gasnetz ein. Die Produktion von rund 12 GWh Biogas pro Jahr deckt etwa den durchschnittlichen Bedarf von 1000 Wohnungen. Weitere Biogas-Anlagen von Energie 360° nutzen die Energie, die nach der Abwasserreinigung im Klärschlamm steckt. Diese Anlagen veredeln das Klärgas zu Biogas –ein bewährtes Verfahren.

Biogas aus erneuerbarem Strom

Ein grosses Potenzial sieht Energie 360° beim Power-to-Gas-Verfahren. Damit lässt sich aus überschüssigem erneuerbarem Strom erneuerbares Gas herstellen. Das Verfahren läuft in zwei Schritten ab: Zuerst wird der Strom durch die Elektrolyse zu Wasserstoff umgewandelt. Beim zweiten Schritt, der Methanisierung, verbindet sich der Wasserstoff mit CO2 zu erneuerbarem Gas.

Energie 360° hat bereits Erfahrungen mit dem Power-to-Gas-Verfahren gesammelt. Gemeinsam mit dem Paul Scherrer Institut führte Energie 360° beim Zürcher Klärwerk Werdhölzli einen Langzeittest durch, um die Praxistauglichkeit von Power-to-Gas zu untersuchen. Das wichtigste Resultat: Die Produktion von erneuerbarem Gas aus Biogas-Anlagen lässt sich dank Power-to-Gas um 60% steigern. Für ihren Pioniergeist wurden das Paul Scherrer Institut und Energie 360° mit dem Schweizer Energiepreis Watt d’Or ausgezeichnet.

Kundinnen und Kunden von Energie 360° können den Anteil an Biogas auf Wunsch auf 100% erhöhen – und erhalten so besonders umweltschonende Energie. Dass die strengen ökologischen Vorgaben bei der Produktion eingehalten werden, dafür bürgt das Schweizer Qualitätszeichen «naturemade star».

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