Auch nach 180 Jahren immer noch topmodern

Der Wärmeverbund auf dem Tuwag-Areal in Wädenswil wird erweitert und neu zu 100% mit erneuerbaren Energieträgern betrieben. Damit schreibt die Tuwag Immobilien AG zusammen mit Energie 360° ein weiteres Kapitel in der über 180-jährigen Unternehmensgeschichte.

Felix Blattner, Energie 360° (links) und Heiner Treichler, Tuwag Immobilien AG, (rechts)

Felix Blattner, Energie 360° (links) und Heiner Treichler, Tuwag Immobilien AG, (rechts)

Die Tuwag Immobilien AG blickt auf eine ehrwürdige Geschichte zurück: Vor über 180 Jahren gründete Caspar Treichler in Wädenswil eine Handelsfirma für Woll- und Baumwollwaren. Später stieg das Unternehmen auch in die Produktion und Verarbeitung von Baumwolle und Wolle ein. Daraus entstand die Tuchfabrik Wädenswil, die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt war. Heute leitet Heiner Treichler die Firma in der siebten Generation und führt das Erbe seines Gross- und Ur-Grossväter fort. Treichler ist sich der bewegten Geschichte sehr bewusst und verweist auch auf schwierige Zeiten: «Wir hatten sehr stark unter der Ölkrise zu leiden und einmal ist die ganze Fabrik abgebrannt. Damals standen wir kurz vor dem Ruin.»

Neuanfang

Die Treichlers rappelten sich wieder auf und übernahmen eine nicht mehr rentable Tuchfabrik am Rande von Wädenswil. Aber die tiefgreifenden Umwälzungen des Industriestandortes Schweiz gingen auch an der Tuchfabrik Wädenswil nicht spurlos vorbei. Die Geschäftsleitung reagierte frühzeitig auf die Veränderungen und organisierte eine Umstrukturierung. Damit konnte die Firma glücklicherweise überleben. «Heute bewirtschaften wir Immobilien und stellen keine Tücher mehr her, aber wir sind immer noch sehr stark mit dem Standort Wädenswil und dem einstigen Fabrikareal verwurzelt,» bilanziert Geschäftsführer Treichler die neue Situation.

Vielseitige Nutzung

Auf dem Tuwag-Areal stehen heute Gewerbe-, Dienstleistungs- und Wohnräume. Rund 70 KMUs haben hier ihre Büros angesiedelt und die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) bildet auf dem Campus zukünftige Chemiker, Umweltingenieure und Lebensmitteltechnologen aus. Es ist logisch, dass diese vielfältige Gemeinschaft auch eine Herausforderung für die Wärmeversorgung ist. Und der bestehende Wärmeverbund kam in den vergangenen Jahren an seine Grenzen. Deshalb wird er jetzt in Zusammenarbeit mit Energie 360° saniert und erweitert.

Ökologische Lösung

Der Umbau wird dazu genutzt, die bestehende Zweistoffheizung (Öl und Gas) durch eine ökologische Holzschnitzel-Anlage zu ersetzen. So wird die Wärme auf dem Tuwag-Areal künftig zu 100% aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt. Mit dieser modernen und klimafreundlichen Lösung werden jedes Jahr über 1000 Tonnen CO2 eingespart. Und es bleibt erst noch mehr Geld in der Region, denn die Holzschnitzel werden von lokalen Anbietern eingekauft. Felix Blattner, der Leiter Projekte im Bereich Energiedienstleistungen bei Energie 360° betont: «Die regionale Wertschöpfung wird gestärkt und die Transportwege sind so kurz wie möglich. Das ist die optimale Lösung.»

Tuwag Baustellen Webcam

 

Herausforderungen für den Bau
Beim Bau der neuen Heizanlage ist besondere Präzision gefragt. Der Bunker für die Holzschnitzel wird zwischen zwei bestehenden Gebäuden unterirdisch eingebaut. Und auch der markante Industriekamin wird in den Bau einbezogen. Dieser wird für die Abgasanlage verwendet und muss deshalb von innen erneuert werden. Heiner Treichler ist sich der besonderen baulichen Herausforderungen bewusst und meint: «Eine solche Ausgangslage gibt es nicht sehr oft, deshalb haben wir eine Live-Cam eingerichtet, damit alle Interessierten den Baufortschritt verfolgen können.»

Weitere Verbundlösungen kennenlernen

Kommentar verfassen*

Tragen Sie unten Ihre Daten ein