Den Wald erleben

Energie 360° unterstützt mit ihrer diesjährigen Weihnachtsspende die Stiftung SILVIVA. Diese setzt sich für die Erhaltung des Waldes ein und bringt Menschen in die Natur. Wie schafft sie das? Ein Augenschein im Tierpark Goldau.

  • 2. Dezember 2016

Die Gruppe macht Halt vor dem Gehege der Waschbären. Drei der Tiere sitzen eng aneinandergeschmiegt auf einer Astgabel. Für die Besucher haben sie nur einen müden Blick übrig. Daniel Buresch, Leiter Umweltbildung im Tierpark Goldau, hält jedem Teilnehmer einen Jutesack hin. «Nehmt euch einen Gegenstand aus dem Sack», fordert er sie auf. Einer der Teilnehmer zieht eine Salami heraus, ein anderer ein Ei und einer eine Zitrone. «Was davon frisst der Waschbär?» Gute Frage.

Mit der Frage will Buresch nicht das Wissen der Teilnehmer testen, sondern zeigen, was eine interessante Führung ausmacht. «Waschbären sind Allesfresser – auf ihrem Speiseplan stehen beispielsweise Eier, Nüsse, Früchte, aber auch Schalentiere», erklärt Buresch den Teilnehmenden. Die Gruppe besteht aus einer Forstingenieurin, Förstern, einem Naturpädagogen und anderen Waldfreunden, die alle ein gemeinsames Ziel verfolgen: anderen Menschen den Wald näherzubringen. Dazu leiten sie selbst Führungen oder Waldtage. Auch Daniel Buresch hat ein Ziel: Jede Führung muss ein Erlebnis sein.

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Erlebnisse schaffen
«Ich arbeite immer mit Materialien», sagt Buresch und klopft auf seine Umhängetasche. Wenn die Besucher etwas riechen oder fühlen, vergrössert sich der Lerneffekt. Wie das funktioniert, zeigt Buresch auf dem Weg zu den Wildschweinen. Er gibt den Teilnehmern ein aufgeschnittenes Sichtmäppchen mit einem Gummizug, das sie sich um den Kopf binden sollen. «Jetzt habt ihr das Sehvermögen eines Wildschweins – kein sehr gutes», erklärt er. Beim Gehege angekommen, erfahren die Teilnehmenden, dass Wildschweine über einen ausgeprägten Geruchssinn verfügen. Wieder lässt er die Waldfachleute zu Wildschweinen werden und hält ihnen einen Duft unter die Nase. «Vanille?», rät einer. »Lavendel», löst Bruesch das Rätsel auf.

«Ich rege alle Sinne an und beziehe die Besucherinnen und Besucher ein. So schaffe ich ein Erlebnis, das in Erinnerung bleibt.» Dieses Konzept lasse sich auch auf Führungen durch den Wald übertragen. «Bringt Geweihe mit», schlägt Buresch vor, «oder zeigt die Flügelspannweite eines Bartgeiers, indem ihr zwei Kinder an die Hand nehmt und sie die Arme ausstrecken lasst.»

Lernen mit der Natur
Christian Stocker ist stellvertretender Geschäftsführer und Bereichsleiter Weiterbildung der Stiftung SILVIVA. Die Stiftung entstand vor über dreissig Jahren, damals, als in den Medien das Thema Waldsterben präsent war. Umwelterzieher riefen die CH-Waldwochen ins Leben. Heute gilt die daraus hervorgegangene Stiftung SILVIVA als Kompetenzzentrum für das Lernen mit der Natur und im Wald. «Wir wollen nicht nur Kinder vom Wald begeistern, sondern auch Erwachsene», sagt Forstingenieur Stocker.

Viele Ansprüche, ein Wald
Um zu zeigen, wie viele Ansprüche der Wald erfüllen muss, hat Stocker ein Rollenspiel für die Teilnehmenden vorbereitet. Jedem Zweierteam wird eine Rolle zugewiesen: Zwei Herren sind die Jäger, zwei der Teilnehmenden amten als Försterin und Förster, die zwei anderen versetzen sich in die Rolle einer Spaziergängerin und eines Spaziergängers. Auf dem kleinen, steilen Waldstück im Tierpark suchen sich die Teams eine Stelle aus und bauen dort ihren eigenen Wald. Die beiden Jäger stecken Äste in den Boden und legen Laub dazu: «Viele Jung- und Laubbäume ziehen Wild an.» Die Spaziergängerin und der Spaziergänger konzentrieren sich auf ein moosbewachsenes Waldstück: «Wir mögen es grün und nicht zu steil, damit man gemütlich spazieren kann.» Nachdem alle Teams die Wälder der anderen begutachtet haben, setzen sie sich neu zusammen und bauen die Wälder so um, dass sie möglichst allen Ansprüchen gerecht werden.

Faszinierender Wald
Vor dem Theorieteil kommen alle Teilnehmenden am Lagerfeuer zusammen. Sie trinken Tee, legen Bratäpfel aufs Feuer und unterhalten sich über ihre Arbeit. Die Förster etwa stehen vor der Herausforderung, dass ihre Reviere immer grösser werden und ihnen entsprechend weniger Zeit bleibt für Führungen mit Schulklassen. Die Teilnehmenden diskutieren rege, und eines wird klar: Der Wald liegt den Fachleuten am Herzen und sie wollen dafür sorgen, dass er auch andere fasziniert.

sil_logo_a_fb_print_300Energie 360° spendet 20 000 Franken an SILVIVA
Verantwortung für die Umwelt übernehmen ist einer der Kernwerte von Energie 360°. Um ihm Rechnung zu tragen, spendet Energie 360° zu Weihnachten 20 000 Franken an die Stiftung SILVIVA. «Wir freuen uns sehr über dieses Engagement von Energie 360°», sagt Christian Stocker, Stellvertretender Geschäftsführer. «Damit können wir zum Beispiel unser Projekt Försterwelt für Schulklassen vorantreiben.»

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