Die Sonne: 1,46 Millionen Mal stärker als ein Kernkraftwerk

Sie ist nicht nur erneuerbar, sondern auch noch gratis: die Energie der Sonne. Michael Reichert, Produktmanager bei Energie 360°, erklärt im Interview, weshalb es sinnvoll ist, bestehende Heizsysteme mit Sonnenenergie zu kombinieren – und zeigt dabei nicht nur die ökologischen Vorteile auf.

Michael Reichert, Produktmanager bei Energie 360°.

Michael Reichert, Produktmanager bei Energie 360°.

Für wen ist es sinnvoll, die bestehende Heizung mit Sonnenenergie zu kombinieren?
Michael Reichert:
Im Grunde für jedermann! Man überlege sich nur, welche Leistung die Sonne bringt: 178 Milliarden Megawatt. Mit dieser Strahlungsleistung übertrifft die Sonne den grössten Schweizer Kernreaktor in Leibstadt um das 1,46 Millionenfache! Und das Beste dabei: Die Energie ist nicht nur erneuerbar, sondern auch noch gratis. Heutzutage sollte sich also jeder überlegen, seine Heizung und/oder Warmwasserbereitung mit Sonnenenergie zu kombinieren – nicht zuletzt auch deshalb, weil sich so die Abhängigkeit von Energieträgern aus dem Ausland reduzieren lässt. Es ist schon klar, dass es nicht überall möglich ist, eine Solaranlage zu montieren. In vielen Fällen geht es aber recht einfach. Ins Dach integriert sieht sie auch noch ansprechend aus und steigert den Wert des Gebäudes.

Wie lässt sich die Sonnenenergie in bestehende Heizungsanlagen integrieren und welche Voraussetzungen braucht es?
Theoretisch lässt sich fast jede Heizung mit einer thermischen Solaranlage kombinieren. Voraussetzung ist, dass die Sonne scheint und dass möglichst keine höheren Bäume oder Häuser ihre Schatten auf die Anlage werfen. Soll eine Solaranlage errichtet werden, sollte das Haus bereits über eine zentrale Warmwasserversorgung verfügen, für die Heizungsunterstützung gilt natürlich dasselbe. Ideal ist eine Dachfläche mit Südausrichtung, es ist aber auch möglich, Solaranlagen auf West- oder Ost-Dächern zu errichten. Häufig ist es sinnvoll, nur das Warmwasser mit der Energie der Sonne zu erwärmen. Denn das spart Aufwand für die Installation, und Warmwasser wird ja auch dann benötigt, wenn die Sonne die meiste Energie bereitstellt, also im Sommer. Besonders empfehlenswert und einfach umzusetzen ist die Kombination von Erdgas/Biogas mit Sonnenenergie. Das ist nicht nur kosteneffizient, sondern auch umweltfreundlich.

Was heisst umweltfreundlich – können Sie das beziffern?
Erdgas mit 10% Biogas stösst rund 34% weniger CO2 aus als Heizöl – je mehr Biogas, desto weniger CO2. Dazu kommen die Sonnenkollektoren: Jeder Quadratmeter Kollektorfläche spart während seiner Lebensdauer ungefähr eine Tonne Heizöl und damit über 2500 Kilogramm CO2 ein.

Wie kann ich die tatsächliche Energieersparnis für mein Einfamilienhaus berechnen?
Es gibt ein paar einfache Überschlagswerte, die es einem einfach machen, die Energieproduktion einer Solaranlage näherungsweise zu berechnen. So kann man in der Schweiz von etwa 450 kWh pro Quadratmeter Solarfläche im Jahr ausgehen. Die Solaranlage eines Einfamilienhauses mit sechs Quadratmetern spart somit 2700 kWh im Jahr ein. Fünf bis sechs Quadratmeter ist eine gute Grösse zur Erzeugung von 70 bis 80% des benötigten Warmwassers eines Einfamilienhauses.

Wie lange braucht eine Solaranlage, bis sie ihre Herstellungsenergie zurückgewonnen hat?Solarthermische Anlagen zur Trinkwassererwärmung haben nach rund 1,5 Jahren mehr Energie erwirtschaftet, als für ihre Produktion benötigt wurde. Solaranlagen zur Heizungsunterstützung brauchen dafür zwei bis vier Jahre. Während sich die Anlagen aus ökologischer Sicht sehr schnell amortisieren, nimmt die finanzielle Amortisation mehr Zeit in Anspruch: Je nachdem, welche Kollektorart zum Einsatz kommt, fährt die Anlage nach 10 bis 20 Jahren ein finanzielles Plus ein. Dabei ist die Amortisationszeit bei Röhrenkollektoren durch die höheren Investitionskosten deutlich höher als die von Flachkollektoren. Ich persönlich finde es etwas schade, dass man hier die Frage einer schnellen Amortisation häufig in den Vordergrund stellt: Muss sich das Engagement in unsere Umwelt schnell amortisieren? Aber das sollte jeder Hausbesitzer für sich selbst entscheiden.

Wie viel kosten solche Anlagen?
Die Investitionskosten hängen in erster Linie von der Grösse der Anlage ab. Eine Solaranlage kostet je nachdem zwischen 1500 und 2500 Franken pro Quadratmeter. Erheblich reduzieren lassen sich die Investitionskosten durch Prämienaktionen, Förderungen und Steuerabzüge. Energie 360° bietet beispielsweise auch ein Solarpaket an, dass Sonnenenergie besonders interessant macht. Ganz grob kostet eine thermische Solaranlage für ein Einfamlienhaus nach Abzug von Förderungen und Steuerabzügen so um die 10 000 Franken. Sparen lassen sich damit etwa 2700 kWh im Jahr. Je nach Energiepreis kann man sich ausrechnen, wie lange die Amortisation einer Solaranlage dauert. Die Umwelt wird es einem aber bereits viel früher danken.

Was genau ist das Solarpaket von Energie 360°?
Ein Rundum-sorglos-Paket für Sonnenenergie: Die Kunden erhalten eine umfassende Beratung von einem erfahrenen Profi, der eine fixfertig installierte Solaranlage zum Pauschalpreis erstellt. Innerhalb von zwei bis drei Tagen ist die Anlage in der Regel betriebsbereit. Je nach Grösse des Gebäudes stehen zwei kleinere Varianten des Solarpakets zur Auswahl. Weitere Varianten entwickeln unsere Partner auf Anfrage gerne gemeinsam mit unseren Kunden.

Wer übernimmt die Installation der Anlage?
Unsere Kunden erhalten alles aus einer Hand. Die Solaranlage wird von der Firma SOLTOP in Elgg ZH gefertigt, einem der führenden Hersteller in der Schweiz. Mit der Lieferung, Installation und Montage beauftragen wir einen unserer Installationspartner in der Region. Dieser erstellt alle nötigen Anschlüsse, nimmt die Anlage in Betrieb und berät die Kunden vor Ort. Es ist aber so, dass Solaranlagen viele weitere Installationsfirmen ausführen können und auch in diesen Fällen gibt es von uns die pauschale Solarprämie in Höhe von 1500 Franken, wenn der Kunde für die Heizung Erdgas/Biogas nutzt.

Wie viele Schweizer Haushalte nutzen Sonnenenergie für die Heizung?
In der Schweiz gab es Ende 2015 etwa 150 000 thermische Solaranlagen – eine weit verbreitete und sehr bewährte Technologie. Die in der Schweiz installierte Solarwärmeleistung von 1060 MW hat in etwa die gleiche Power wie ein grosses Kernkraftwerk, ist aber viel viel umweltfreundlicher.

Und wie steht die Schweiz hierbei im Auslandsvergleich da?
Auf Deutschlands Dächern produzieren rund zwei Millionen thermische Solaranlagen etwa 13 000 MWh Wärme. Es gibt also durchaus noch grosse Potenziale in der Schweiz. Auch die in der kantonalen Umsetzung befindlichen Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich, kurz MuKEn, sehen die thermische Solarwärmenutzung als Standardlösung vor. Es ist also sicher eine gute Idee, eine Offerte einzuholen.

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