Ältere Heizungen rechtzeitig sanieren

Die neuen Mustervorschriften der Kantone (MuKEn 2014) setzen ehrgeizige Ziele für den Energieverbrauch von Gebäuden. Das unterstützen wir.  Wenn Sie Ihre ältere Heizungen aber mit einer umweltfreundlichen Erdgas/Biogas-Heizung ersetzen möchten, lohnt es sich, das in den nächsten zwei bis drei Jahren anzugehen.

Immobilienverwalter und Bauherren sollten sich die neuen Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich – die MuKEn 2014 – genauer ansehen. Sie lösen die bisherigen MuKEn 2008 ab und
verschärfen die energetischen Vorgaben für Neubauten und Gebäudesanierungen deutlich.

Neubauten: nahezu null Energie

Neubauten müssen sich gemäss den MuKEn 2014 ab 2020 übers ganze Jahr gesehen fast vollständig selbst mit Wärmeenergie versorgen – etwa durch Erdwärme und Abwärme. Der jährliche Energiebedarf darf maximal 35 kWh/m2 betragen. Gemessen wird dabei nur die zugeführte Energie wie Strom, Erdgas/Biogas, Fernwärme, Heizöl oder Holz. Der neue Grenzwert lässt sich rechnerisch nachweisen. Viel einfacher ist es aber, eine der sogenannten Standardlösungs-Kombinationen zu wählen, welche die MuKEn 2014 definieren – zum Beispiel eine Gas-Wärmepumpe.

Heizung-Sanierung

Es lohn sich, ältere Heizungen bald zu sanieren. Denn mit den heutigen Vorschriften stehen Hausbesitzern mehr umweltfreundliche Lösungen zur Verfügung. Nur ein Beispiel: Biogas-Heizung.

Sanierungen: zehn Prozent erneuerbare Energien

Beim Heizungsersatz in bestehenden Gebäuden müssen gemäss den MuKEn 2014 entweder mindestens zehn Prozent erneuerbare Energien eingesetzt oder zehn Prozent Energie gespart werden. Zudem darf der jährliche Bedarf an Wärmeenergie maximal 100 kWh/m2 betragen. Der Nachweis dafür kann über drei Wege erfolgen: Erstens definieren die MuKEn 2014 elf geeignete Standardlösungen, acht davon sind mit Erdgas/Biogas möglich – unter anderem die Gas-Wärmepumpe und die Brennstoffzelle. Zweitens kann das Gebäude nach Minergie zertifiziert werden. Die dritte Option ist ein Gebäudeenergieausweis (GEAK), der mindestens die Gesamtenergieeffizienz-Kategorie D bescheinigt.

Rasch handeln, Kosten senken

Für Sanierungen ist der Terminplan der MuKEn 2014 besonders relevant: Spätestens 2018 müssen die Vorschriften in alle kantonalen Energiegesetze einfliessen, 2020 umgesetzt sein. Bis dahin lassen sich Heizungen wie bisher sanieren. Deshalb lohnt es sich, alte Anlagen vorher zu ersetzen: Gemäss den heutigen Vorschriften stehen dem Hauseigentümer mehr umweltfreundliche Möglichkeiten offen, wie beispielsweise eine Erdgas-Heizung mit einem Anteil Biogas, das bei den Standardlösungen der MuKEn nicht als erneuerbare Energie anerkannt wird. Eine rechtzeitige Sanierung senkt daher – verglichen mit den neuen, aufwändigeren Lösungen – in vielen Fällen die Investitionen. Gleichzeitig reduzieren sich die Energiekosten früher. Eine neue Heizung bringt eine Ersparnis von bis zu 25 Prozent. 

Umweltprämie für neue Erdgas/Biogas-Heizung
Energie 360° unterstützt den Wechsel von Heizöl auf Erdgas/Biogas mit einer Umweltprämie. Einen Förderbeitrag gibt es auch bei der Nutzung von Sonnenenergie und bei weiteren ökologisch sinnvollen Wärmelösungen.

Mehr über die Umweltprämie erfahren

Michael Reichert ist Produktmanager für Erdgas/Biogas mit Spezialisierung auf Biogas und neue Heiz-Technologien für die Sanierung und den Neubau.

Michael Reichert

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Comments

  1. paul Stulz sagt:

    Guten Tag meine Damen und Herren

    In Ihrem Artikel vermisse ich den Energieträger Holz (Pellets/Schnitzel).

    • Michael Reichert Michael Reichert sagt:

      Sehr geehrter Herr Stutz
      Vielen Dank für ihre Rückmeldung. Sie haben vollkommen recht. Auch die Holzheizung ist eine umweltfreundliche Lösung in den MuKEn, sowohl für den Neubau als auch bei der Sanierung. Vor allem die automatischen Holzfeuerungen (Pelletsheizungen) sind in ländlicheren Regionen, in denen sowieso kein Gasnetz liegt, eine optimale Lösung. Und die „Kinderkrankheiten“ der Anfangsjahre dieser Technologie – vor allem die störungsanfälligen Transportsysteme für das Holz zum Wärmeerzeuger – sind mittlerweile alle ausgeräumt. Den in der Regel höheren Anschaffungskosten für die Holz-Heizungsanlage stehen niedrige Energiekosten und sehr gute Umweltwerte gegenüber. Sie werden zu einem späteren Zeitpunkt einen ausführlichen Artikel zum Heizen mit Holz in unserem Magazin finden.
      Freundliche Grüsse, Michael Reichert

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