MuKEn 2014 – aufgepasst!

Die neuen Mustervorschriften im Energiebereich – die MuKEn 2014 – sind für Immobilienverwalter und Bauherren von grosser Bedeutung. Die Konferenz Kantonaler Energiedirektoren hat sie im Januar dieses Jahres verabschiedet – nun beginnt der kantonale Gesetzgebungsprozess.

Im Kanton Zürich werden die MuKEn 2014 voraussichtlich Ende 2017 rechtlich gültig sein. Andreas Peter, Dipl.-Ing. (FH) Gebäudetechnik/Gebäudeklimatik, erklärte an unserer Fachveranstaltung «Modernes Heizen» am 1. April 2015 in der Umwelt Arena Spreitenbach, was die MuKEn für Bauherren und Immobilienbesitzer bedeuten.

MuKEn 2014 im Neubau
Die erste Mustervorschrift wurde 1992 publiziert. Seither gab es zwei weitere Mustervorschriften; die jüngste ist gleichzeitig auch die energiepolitisch «schärfste». Das zeigt folgendes Beispiel: Im Neubau muss ein gewichteter Energiebedarf von 35 kWh/m 2a (Wohnbau) eingehalten werden. Der klassische Minergie-Standard liegt bei 38 kWh/m2a. Die MuKEn 2014 sind also strenger als der klassische Minergie-Standard! Die MuKEn 2014 gelten – neben anderen Bedingungen – als erfüllt, wenn entweder eine der Standardlösungskombinationen eingehalten wird oder der Hausbesitzer bzw. die Hausverwaltung einen rechnerischen Nachweis für die Einhaltung des gewichteten Energiebedarfs erbringt.

MuKEn 2014 im Bestand
Die MuKEn hat direkten Einfluss darauf, wie Hausbesitzer und Hausverwalter ihre bestehenden Gebäude energetisch sanieren müssen. Grundsätzlich müssen sie beim Ersatz eines Gas- oder Ölkessels neu mindestens 10% regenerative Energie mit einbeziehen – alternativ kann auch mit einer Verbrauchsreduzierung kompensiert werden. Der Nachweis, ob die MuKEn 2014 eingehalten worden sind, erfolgt über Standardlösungen. Die EnDK hat elf Standardlösungen definiert – acht davon sind mit Gas möglich. Modifikationen oder abweichende Lösungen sind ebenfalls möglich. Diese müssen aber adäquaten «ökologischen» Mehrwert bieten. Nachweisbar ist das mit einem GEAK-Ausweis (Gebäude-Energie-Ausweis der Kantone) der Klasse D; oder wenn das Gebäude Minergie-zertifiziert wird.

Nun folgt die Übergangszeit – was tun?
Bis die MuKEn 2014 im Kanton Zürich gültig sind, vergehen noch zwei bis drei Jahre. Was tun? Für Andreas Peter vom Schweizerischen Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW) gibt es drei Handlungsalternativen: Erstens die Einführung der MuKEn 2014 abwarten und beobachten, was die anderen machen. Zweitens «losrennen», sprich: Die Bestandsanlagen konventionell sanieren, bevor die neuen MuKEn greifen. Drittens: ohne Zwang neue Lösungen an einzelnen Musterprojekten ausprobieren.

Die Präsentation von Andreas Peter (SVGW)

Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich from Energie 360° AG

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