«naturemade star»-zertifiziertes Biogas: Energie mit Gütesiegel

Wer sich für das Produkt «100% Biogas» von Energie 360° entscheidet, erhält Energie mit dem Schweizer Gütesiegel «naturemade star». Es garantiert den Konsumentinnen und Konsumenten, dass ihre Energie besonders umweltschonend entstanden ist. Nur Biogas-Anlagen, die strenge ökologische Kriterien erfüllen, bestehen die Zertifizierung – wie die Biogas-Aufbereitungsanlage Werdhölzli.

naturemade_star_cmyk_70-1024x469Biogas aus Grüngut: Das weckt Bilder im Kopf von einem grossen Komposthaufen oder einem dampfenden Miststock. Wer die Biogas-Aufbereitungsanlage Werdhölzli im Westen der Stadt Zürich besucht, erlebt deshalb eine echte Überraschung. Nichts erinnert hier an Bauernhofromantik – die Anlage sieht aus wie ein Industriebetrieb. Sie beeindruckt durch ihre Dimensionen, die riesigen Silos, die langen, glänzenden Leitungen und jede Menge Technik. Wie bei einer Fabrik fahren regelmässig Lastwagen – die meisten mit Biogas als Treibstoff und alle aus der Region ­– aufs Gelände. Auch die Geräusche einiger Maschinen ähneln jenen von Industrieanlagen. Und dennoch ist das, was hier entsteht, Natur pur, nämlich Biogas mit dem Gütesiegel «naturemade star». Energie 360° produziert es in dieser und vier weiteren Anlagen.

Gut kombiniert

Die Maschinen im Werdhölzli laufen rund um die Uhr. Das siebenköpfige Team der Biogas Zürich AG, an der Energie 360° beteiligt ist, bereitet damit gleich zwei Arten Rohgas zu Erdgas-Qualität auf: Biogas aus der Vergärung von Grüngut und Klärgas aus dem benachbarten Klärwerk. Diese Kombination sorgt dafür, dass die Anlage die grösste der Schweiz mit dem Zertifikat «naturemade star» ist.

Technologie der Biogas-Anlage Werdhölzli kennen lernen

 

naturemade_biogas_thermostad_2-8-2016-1024x936Für die Konsumentinnen und Konsumenten schafft das Gütesiegel Klarheit. Denn «naturemade star»-zertifiziertes Biogas ist nicht nur erneuerbar, sondern weist auch eine besonders hohe ökologische Qualität auf. Vereinfacht gesagt: Es entsteht so umweltfreundlich, wie es der aktuelle Stand der Technik ermöglicht. Vergeben wird das Schweizer Qualitätszeichen «naturemade star» vom Verein für umweltgerechte Energie (VUE), dessen Mitglieder Energieunternehmen, Umwelt- und Konsumentenorganisationen sowie Grossabnehmer von erneuerbarer Energie sind.

 

Je weniger Punkte, desto besser

Damit eine Biogas-Anlage das Gütesiegel «naturemade star» erhält, muss sie zahlreiche Kriterien erfüllen. Herzstück ist die Ökobilanz. Ein unabhängiger Auditor bewertet die Anlage im Auftrag des VUE nach dem Verfahren «Eco-Indicator 99» und ermittelt so ihre Umweltauswirkung. Je weniger Eco-Indicator-Punkte die Anlage erhält, desto besser fällt ihre Ökobilanz aus. Dabei werden alle Prozesse von der Anlieferung der Substrate wie Grüngut bis zum fertigen Biogas betrachtet – Transporte und eingesetzte Energie inklusive.

Bei der Biogas-Aufbereitungsanlage Werdhölzli bezieht der Auditor auch das Klärwerk und das Vergärwerk ein. Die Ökobilanz hängt etwa davon ab, wie viel Energie für die Herstellung des Biogases verbraucht wird. Stammt diese Energie aus fossilen Quellen, fällt das negativ ins Gewicht. Damit eine Biogas-Anlage am Ende des Audits das Gütesiegel «naturemade star» erhält, darf das produzierte Biogas höchstens halb so viele Eco-Indicator-Punkte auf dem Konto haben wie Erdgas. Oder anders formuliert: Es muss doppelt so umweltschonend sein.

Nur Abfall- und Reststoffe

Das präzise Punkteverfahren beurteilt auch die Ausgangsstoffe, aus denen das Biogas entsteht. Denn Biogas ist nicht gleich Biogas. Energie 360° verkauft ausschliesslich Biogas aus organischen Abfall- und Reststoffen. In anderen Ländern werden teilweise extra Pflanzen für die Biogasproduktion angebaut – ein problematisches Vorgehen, da Biogas so die Nahrungsmittelproduktion konkurrenziert. Die «Eco-Indicator 99»-Methode stellt sicher, dass solchem Biogas respektive der Biogas-Anlage, die es produziert, das Gütesiegel «naturemade star» verwehrt bleibt.naturemade_gasherd_2_2-8-2016

Neben einer guten Ökobilanz muss eine Biogas-Anlage weitere Kriterien erfüllen, um zertifiziert zu werden: Sie muss zum Beispiel dem aktuellen Stand der Technik entsprechen, darf das Landschaftsbild nicht beeinträchtigen und keine übermässigen Geruchsemissionen verursachen. In all diesen Punkten schneidet die Anlage Werdhölzli gut ab – auch wenn der Gärprozess an einigen Orten im Areal durchaus zu riechen ist.

Doppelte Zertifizierung

Zertifiziert der VUE eine Biogas-Aufbereitungsanlage, lässt sich das produzierte Biogas noch nicht automatisch mit dem Gütesiegel «naturemade star» verkaufen. Auch Unternehmen wie Energie 360°, die das Biogas vertreiben, brauchen eine Zertifizierung, und zwar in Form einer Lizenz. Erst dann dürfen sie ihren Kunden, zu denen auch Gemeinden und andere Energieversorger zählen, «naturemade star»-zertifizierte Produkte anbieten. Kriterien für die Lizenz sind etwa ein umfassendes Umweltmanagement und ein Qualitätssicherungssystem. Wie bei den Biogas-Anlagen überprüft ein unabhängiger Auditor im Auftrag des VUE, ob alle Vorgaben erfüllt sind.

Mit der doppelten Zertifizierung von Produktion und Verkauf schafft der VUE nicht nur eine höhere Glaubwürdigkeit für «naturemade star»-zertifizierte Energie. Er verhindert auch, dass mehr Biogas verkauft als produziert wird. Mit Kontrollaudits erfasst der VUE jedes Jahr, wie viel Biogas die zertifizierten Anlagen hergestellt haben. Diese Zahl vergleicht er mit der verkauften Menge.

Obwohl zertifiziertes Biogas noch einen vergleichsweise kleinen Anteil am Gasverbrauch der Schweiz ausmacht: In absoluten Zahlen handelt sich schon um eine beträchtliche Menge, die laufend zunimmt. Allein im Westen von Zürich entstehen pro Jahr 65 GWh Biogas, was dem durchschnittlichen Verbrauch von 6500 Haushalten entspricht. Bei solchen Werten wird rasch klar, warum die Biogas-Anlage Werdhölzli so gross und der Vergleich mit einem Industriebetrieb durchaus angebracht ist.

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