Smart Energy aus CEO-Sicht

Wir haben uns am «Tages-Anzeiger»-Forum «Smart Energy 2016» mit sechs CEOs über Smart Energy unterhalten. Jeder hat seine ganz eigene Sicht auf das Thema und jeder sorgt auf seine Weise dafür, dass sein Unternehmen innovativ und agil bleibt.

Frédéric Gastaldo, CEO Swisscom Energy Solutions

«Smart Energy ist die Energie, die man nicht nützt», witzelt Frédéric Gastaldo. Den Trend zur dezentralen Energieerzeugung betrachtet Gastaldo als disruptive Veränderung der Energiebranche. Und diese werde dezentrale Speicherung benötigen. Genau in diesem Bereich will die Swisscom ihre Kompetenzen einsetzen und neue, innovative Lösungen entwickeln. «Wir sind ein Enabler!», ist er überzeugt. Swisscom Energy Solutions wolle Unternehmen unterstützen auf dem Weg in die Energiezukunft. Dass sich viele Energieversorger im Dilemma zwischen Effizienz und Absatz befinden, sieht er als Chance für Pauschalpreis-Systeme, wie sie die Telekommunikations-Branche heute schon kennt.

 

Philipp Eisenring, Gründer Ampard AG

Innovation bedeutet für Philipp Eisenring Kundenfokus. Er will diesen maximieren und die Kunden mehr in die Produktentwicklung einbeziehen. «Wir glauben an die fundamentale Veränderung und die visionäre Komponente des dezentralen Energiesystems. Davon sind wir vollends überzeugt», sagt er zum Thema Energiezukunft. Die Schweiz scheint aus seiner Sicht ein guter Platz für Start-ups, weil man hier versucht, nicht zu viel zu regulieren. Eisenring sieht viele neue Smart Energy Akteure, die Lösungen für Endkunden anbieten. Ampard bietet diesen Akteuren eine Möglichkeit, ihre Kundenbindung noch besser zu gestalten. «Wie genau, überlassen wir den einzelnen Unternehmen. Von uns erhalten sie einen wiederkehrenden Geldbetrag, über welchen sie frei verfügen können», erklärt Eisenring.

 

Kurt Lüscher, CEO Energie 360° AG

«Ein gutes Smart Energy Produkt schafft einen Nutzen für den Kunden», sagt Kurt Lüscher. Das sei mehr als nur ein Angebot für einen Energieträger. «Ich verstehe darunter eine intelligente Vernetzung zwischen Informatik- und Energielösungen», präzisiert er. Diese Verknüpfung biete ein grosses Potenzial und sie werde der Schlüssel sein, Energie effizienter einzusetzen. Überdies könne die Herausforderung der dezentralen Energieproduktion nur mit Informatik und Smart Energy gelöst werden. «Smart Energy wird einen grossen Beitrag leisten in der Energiewende», ist Lüscher überzeugt. Aus seiner Sicht müssen nun fähige Leute her, die Spass haben an Veränderungen und den Mut aufbringen, Neues zu wagen. «Der Schlüssel zum Erfolg ist, Innovationskultur zu generieren», sagt er.

 

Fabrizio Lo Conte, CEO eSMART Technologies AG

Die Visualisierung der Energiekonsumation sei die wichtigste Grundlage für die Diskussion über Energieeffizienz, sagt Fabrizio Lo Conte. Dies ist aus seiner Sicht auch der zentrale Vorteil von eHome-Systemen und Heim-Automation. Das emotionale Verbrauchererlebnis ist die Voraussetzung, um sich auf einen neuen Umgang mit Energie einzulassen. «They should speak to 10-year-old children», empfiehlt Lo Conte traditionellen Energieversorgern. «If they understand how it works, everyone will.» Persönlich wohnt er nicht besonders automatisiert. Aber smart: «I like to pay attention to small things. For example when I wash my hands, I use cold water», verrät Lo Conte. Er wolle den Menschen auch nicht grundlegend verändern oder seinen Komfort reduzieren. Auf einen Appell will er aber doch nicht verzichten: «I just don’t want you to waste energy!»

 

Dr. Remo Lütolf, CEO ABB Schweiz AG

Gemäss Remo Lütolf geht es um zwei Dinge: «Smart Energy muss erstens erneuerbar und nachhaltig produziert sein, zweitens muss sie effizient genutzt werden.» Da liege noch viel Potenzial, sagt er. Ein wichtiges Element sei das Einfangen der Sonnenenergie. Die Sonne strahle so viel Energie auf die Erde, wie wir in einem Jahr benötigen würden. «Hier können wir mit Technologie einen entscheidenden Beitrag zum Durchbruch der Energiewende leisten», erklärt Lütolf. Als weiteren wichtigen Faktor in der Energiewende erachtet er die Elektromobilität. Sie könne deutlich zur CO2-Reduktion beitragen.

 

Prof. Dr. Anton Gunzinger, Gründer Supercomputing Systems AG

Energieparadies? Das stellt sich Anton Gunzinger so vor: «Ich möchte eine enkeltaugliche Schweiz, die sich nur mit erneuerbaren Energien versorgt.» Gunzinger wünscht sich ein System, in dem Kernenergie durch Photovoltaik, Wind und Biomasse ersetzt wird. «Mit diesem System könnten viele, viele der nächsten Generationen leben», ist er überzeugt.
«Keiner hat den Mut, das Mobilitätssystem anzupacken», kritisiert Gunzinger die politischen Parteien und Regulatoren scharf. Grundlage für den dringlichen Wandel wäre ein faires Mobility Pricing, sagt er. Heute komme der Steuerzahler und nicht der Verbraucher für die Mobilitätskosten auf. Das sei falsch.

 

Reden Sie mit uns über Smart Energy
Haben Sie – wie die sechs CEOs oben – auch Lust, sich mit uns über Smart Energy zu unterhalten? Wir sind überzeugt, dass die besten und kundenorientiertesten Smart Energy Lösungen dann entstehen, wenn wir gemeinsam an ihnen arbeiten und dabei unterschiedliche Perspektiven und Interessen intelligent miteinander verknüpfen.

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Comments

  1. Avatar Beatrice sagt:

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